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Zusammenfassung der Studie
zu Gewalt- und (Mehrfach-)Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland

Hier gibt es die Zusammenfassung der Studie als pdf.

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Fachtagung am 21. September 2012
"... nicht so greifbar und trotzdem real" - Gewalt- und (Mehrfach-) Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland

Diskriminierung und Gewalt gegen lesbische, bisexuelle Frauen und Trans* ist in Deutschland ein hochrelevantes Thema. Dies zeigen die quantitativen und qualitativen Ergebnisse der bundesweiten wissenschaftlichen Studie der Lesbenberatung Berlin.
Im Rahmen der Fachtagung am 21. September 2012 stellen wir die Ergebnisse vor und diskutieren mit Vertreter_innen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und NGOs sowie den Teilnehmer_innen.
Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, mit uns zu diskutieren.

Hier gibt es mehr Informationen zum Programm.

Hier findet sich die Einladung zur Fachtagung als pdf.

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Pressemitteilung         

Vorstellung erster Ergebnisse der bisher umfangreichsten Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen/bisexuellen Frauen und Trans*

Lesbische und bisexuelle Frauen sehen sich im Bildungsbereich diskriminiert

Berlin, 14.6.2012 - Diskriminierung und Gewalt von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* ist in Deutschland immer noch ein hochrelevantes Thema. Dies ergeben die nun vorliegenden quantitativen Ergebnisse der ersten umfangreichen wissenschaftlichen Studie zu dieser Thematik. Formen, Ausmaß, Folgen und Ursachen der erlebten Gewalt sowie Diskriminierung stehen dabei im Vordergrund.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die relativ hohe Wahrnehmung an Diskriminierungen in den Bereichen Bildung und Arbeit. Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, mindestens einmal am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein. Weiterhin geben 72,6% der Studienteilnehmer_innen an, dass ihre Leistungen im Bildungsbereich aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter bewertet wurden. „Die überwältigende Mehrheit hält es nach wie vor für notwendig, dass im Bildungsbereich mehr über vielfältige sexuelle Lebensweisen und Orientierungen aufgeklärt werden sollte“ sagte Saideh Saadat-Lendle, Projektleiterin von LesMigraS.

Interessant sind auch die Ergebnisse, die bezüglich Diskriminierungen im Bereich Ämter und Behörden sowie im Gesundheitswesen gemacht wurden. So geben mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer_innen an, dass sich ihre lesbische oder bisexuelle Lebensweise negativ auf ihre Chancen auswirkt, von der Polizei geschützt zu werden. Des Weiteren haben etwa 20% respektlose Behandlung durch medizinisches Fachpersonal erfahren.

Eine relativ hohe Anzahl der Befragten hat den Bereich des Fragebogens ausgefüllt, der sich ausdrücklich an Trans* richtete. Die bisherige Auswertung zeigte hier, dass vornehmlich Diskriminierungserfahrungen bei Ärzt_innen und Ämtern gemacht wurden und damit strukturelle Diskriminierung deutlich wahrgenommen wird.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist unter anderem auch die Erkenntnis, dass die scheinbare Nichtübereinstimmung des Ausdrucks einer Person (Kleidung, Gestik etc.) mit der gesellschaftlichen Vorstellung einer Frau oder eines Mannes in vielen Fällen als problematisch erfahren wird. „Diskriminierungen und Gewalt aufgrund von Abweichungen von normativen männlichen oder weiblichen Geschlechterrollen stellen uns weiterhin vor Herausforderungen, mit denen wir uns in der Beratungsarbeit konfrontiert sehen“, so Claudia Apfelbacher, Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin. Auch Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sieht darin eine der zentralen Herausforderungen.
„Es ist die vermeintliche gesellschaftliche Vorstellung von Norm oder Normalität, die viele Menschen ausgrenzt“, sagte Lüders. Sexismus und Rassismus gehörten dabei zu den nach wie vor stärksten Ausgrenzungsmechanismen. 

Sehr aufschlussreich sind auch erste Ergebnisse zum Thema Mehrfachdiskriminierung. Von denjenigen Teilnehmer_innen, die mehrfachzugehörig sind, geben 78,2% an, aufgrund von Mehrfachzugehörigkeiten in der Öffentlichkeit mindestens einmal diskriminiert worden zu sein. Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet es als schwer, sich zu wehren, weil oft unklar ist, um welche Art der Diskriminierung es sich jeweils handelt, beispielsweise durch eine Beschimpfung wie „Sprich gefälligst Deutsch, du scheiß Lesbe“.

Die vorliegenden Daten der Studie werden in Kürze mit Ergebnissen einer qualitativen Untersuchung ergänzt und diesen September veröffentlicht. Im Anschluss daran werden umfangreiche Empfehlungen an Politik, Öffentlichkeit und Beratungsstellungen formuliert.

Redebeiträge von:
Claudia Apfebacher, Geschäftsführung der Lesbenberatung
Saideh Saadat-Lendle, Leiterin des Antidiskriminierungsarbeitsbereichs der Lesbenberatung

Hier geht es zu den ersten Ergebnisse der Studie.

 

Weitere Informationen und Interviewanfragen:
Dr. Nadja Jacubowski, jacubowski@lesmigras.de, Tel. 030. 21 91 50 90

Kontakt:
kampagne@lesmigras.de
Tel: 030/ 21 91 50 90

gefördert von:

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Weitere Pressemitteilungen der LesMigraS Kampagne finden Sie unter der Rubrik "Presse" hier auf der Homepage.

Quelle: http://www.lesmigras.de