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Kleiner Überblick über Handlungs-Strategien bei Gewalt- und Diskriminierungs-Erfahrungen

Hier ist eine Auflistung von Handlungs-Strategien für Personen, die Gewalt- und/oder Diskriminierungs-Erfahrungen machen. Es gibt viele Möglichkeiten. Wir möchten Ihnen hiermit ein paar Anregungen geben.

Wenn Sie mehr Informationen haben möchten oder an einer Beratung interessiert sind, können Sie uns gerne kontaktieren. Hier finden Sie unsere Kontakt-Daten.

Sie können sich in der Situation wehren!

Es gibt viele Möglichkeiten: mit Worten oder körperlicher Selbst-Verteidigung; mit Humor oder mit Schweigen und Ignorieren; Schutz-Suchen bei umstehenden Personen oder Orten; Polizei rufen.

Sie entscheiden, was für Sie in der Situation das Beste ist. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl.

Holen Sie Unterstützung im sozialen Umfeld.

Sprechen Sie über Ihre Erlebnisse mit Menschen, denen Sie vertrauen. Es tut gut, mit den Erfahrungen nicht alleine zu sein. Achten Sie auf Ihre Sicherheit und Ihre Bedürfnisse. Sagen Sie nahen Personen, wie sie Sie unterstützen und begleiten können.

Lassen Sie sich beraten.

In einer Beratung können Sie reden, Fragen stellen und Unterstützung bekommen (persönlich, am Telefon, per E-Mail oder Chat). Hier finden Sie Adressen von Beratungs-Stellen. Die Beratungen sind kostenlos und anonym.

Es gibt rechtliche Unterstützung:

  • Das Allgemeine Gleichbehandlungs-Gesetz (AGG) verbietet Diskriminierungen im Alltag und auf der Arbeit aufgrund von ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Geschlechts-Identität, Alter, Behinderung oder Religion.
    Mehr Informationen zum AGG und den Beratungs-Möglichkeiten finden Sie hier.
  • Das Gewaltschutz-Gesetz soll vor Häuslicher Gewalt, Gewalt in Beziehungen oder Stalking schützen. (Stalking kommt von dem englischen Wort „to stalk“ und bedeutet „sich heran-schleichen“. Stalking bezeichnet ein Verfolgen und Belästigen einer Person. Dies kann in unterschiedlichem Ausmaß passieren.)
    Mehr Informationen zum Gewaltschutz-Gesetz finden Sie hier
    (von Broken Rainbow e.V.).

Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wenn Sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten, können Sie sich direkt an die Ansprechpartner_innen der Berliner Polizei für gleich-geschlechtliche Lebensweisen wenden:

Maria Tischbier und Harald Kröger, Tel.: 030 – 46 64 979 444

Hier finden Sie weitere Informationen, wenn Sie bei der Polizei eine Anzeige erstatten wollen (Anzeigen-Erstattung bei der Polizei als pdf).

In jedem Fall ist es gut, ein Gedächtnis-Protokoll der Situation zu schreiben und Beweis-Mittel zu dokumentieren. Ein Gedächtnis-Protokoll ist wie eine Zusammenfassung der eigenen Erlebnisse. Schreiben Sie genau auf, was passiert ist:

  • Datum und Uhrzeit
  • Was ist geschehen?
  • Wer hat was gemacht?
  • Waren Zeugen_Zeuginnen dabei?
  • Wo ist es geschehen?

Beweise können zum Beispiel sein: Fotos von Schmierereien an Ihrem Briefkasten, Droh-Briefe, ein Protokoll über beleidigende oder diskriminierende Sprüche am Arbeitsplatz, ein ärztliches Attest über Verletzungen.

Unterstüzung und Informationen bei Polizei-Gewalt holen.

Wenn Sie Opfer oder Zeuge_Zeugin von Polizei-Gewalt werden, gibt es hier Unterstützung und mehr Informationen.

Tauschen Sie sich mit Anderen über Erfahrungen aus.

Gehen Sie zu einer Gruppe oder einem Workshop, wenn Sie mit anderen über Diskriminierungs- und Gewalt-Erfahrungen reden möchten. Es gibt auch Selbst-Ermächtigungs-Workshops (Empowerment). Es tut gut, sich mit anderen auszutauschen und mit den Erfahrungen nicht alleine zu sein.

Finden Sie einen Weg, mit dem Erlebten umzugehen.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Gewalt- und Diskriminierungs-Erfahrungen. Es kann sein, dass Sie psychische und körperliche Beschwerden haben. Jeder Mensch geht auch unterschiedlich mit den Erfahrungen um und hat andere Bedürfnisse.

Es gibt viele Wege und Möglichkeiten. Sie selbst entscheiden, was sich für Sie am besten anfühlt. Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch, wenn Sie möchten.

Ein paar Dinge, die Ihnen vielleicht helfen:

  • kreativ sein (malen, schreiben, Theater spielen, Film, Comics zeichnen, … )
  • Sport machen
  • zu einer Beratung oder Therapie gehen
  • Zeit mit Menschen verbringen, mit denen Sie sich gut fühlen
  • einen Selbst-Verteidigungs-Kurs machen
  • darüber lesen, was mit einem Menschen passiert, wenn sie_er Diskriminierung und Gewalt erlebt
  • sich politisch gegen Gewalt und Diskriminierung engagieren: in Ihrer Schule, auf der Arbeit, mit Ihren Freund_innen oder ehrenamtlich bei Anti-Gewalt-Projekten

Lesen Sie unsere Broschüre „unterstützung geben“.

Wir haben eine Broschüre zum Thema Unterstützung geben. Dort finden Sie Gedanken und Überlegungen zum Umgang mit Gewalt und Diskriminierung. Das Ziel der Broschüre ist es, betroffene Personen und ihr soziales Umfeld zu stärken. Es geht darum, Möglichkeiten von Unterstützung anzubieten. Außerdem möchten wir Sie darin ermutigen, Unterstützung zu erlernen.

Sie können die Broschüre „Unterstützung geben. Handlungs-Strategien im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung“ (2011) als pdf hier herunterladen.

Außerdem können Sie die Broschüre bei uns kostenlos abholen oder bestellen.

 

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Erläuterungen

Unterstrich: Der Unterstrich " _ " (z.B. Migrant_innen) bietet Raum für selbst-gewählte Identitäten, für mehr als nur weiblich und männlich. Wir benutzen bei LesMigraS / Lesbenberatung Berlin e.V. diese Schreibweise, um aufzuzeigen, dass es mehr als zwei Geschlechts-Identitäten gibt.

Quelle: http://www.lesmigras.de